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"Wissen und Bewusstsein der Konsumenten rund um das Thema Nachhaltigkeit nehmen auch im Blumen- und Zierpflanzenbereich immer mehr zu. Diesem Bedürfnis versucht der Floristenfachhandel seit einiger Zeit gezielt mit dem Qualitätslabel 'Fair Flowers Fair Plants' (FFP) zu begegnen, einem Non-Profit-System, das für umwelt- und sozialverträgliche Produktions- und Handels-bedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette steht", betont Emil Steffek, Gremialvorsteher für Blumengroßhandel, anlässlich des "Sustainable Talks" des Lebensministeriums am 12.09.2009 im Rahmen der Nachhaltigen Wochen. Produzenten, Großhändler und Floristen gleichermaßen zertifiziert
"Wer mit FFP gekennzeichnete Blumen kauft, kann sich sicher sein, dass sowohl Produzenten, als auch Großhändler und Floristen zertifiziert sind und sich an strenge Auflagen halten", so Steffek. Der Sozialstandard ist der Internationale Verhaltenskodex (ICC). Im Umweltbereich gelten au-ßerdem die Qualifikationsstandards von MPS (Milieu Project Sierteelt; übersetzt: Umweltprojekt Zierpflanzenbau). Dabei handelt es sich um eine in Holland gegründete, renommierte Zertifizierungsorganisation, die das ökologische und soziale Verhalten der beteiligten Unternehmen unter die Lupe nimmt und kontrolliert. Somit werden bei FFP beispielsweise der Schutz für die Gesundheit der Arbeitnehmer und der Umwelt vorgesehen. Kinderarbeit ist ebenso verboten wie ein Übermaß an Pflanzenschutzmit-teln oder Wassereinsatz, betont das Blumenbüro Österreich, das sich von Anfang an für dieses nachhaltige Qualitätssystem in der Floristik stark gemacht hat.
Im Gegensatz zu anderen Qualitätssiegeln hat FFP außerdem den Vorteil, dass weltweit alle Länder daran teilnehmen können. Auch unzählige euro-päische Produzenten, Händler und Floristen haben bereits die Chance ergriffen, sich an diesem System zu beteiligen. So steht "Fair Flowers Fair Plants" mittlerweile für eine breite Palette an Schnittblumen und Grün-pflanzen und bietet Einzelhändlern wie Konsumenten ein umfassendes Sortiment.
Kaum mehr unzertifizierte Blumen in Schweden absetzbar
Die Einführung dieses internationalen Qualitätslabels ist in einigen Ländern auch von der Europäischen Union unterstützt worden, allerdings fiel die Resonanz höchst unterschiedlich aus. Während in Schweden mittlerweile kaum mehr ungelabelte Blumen absetzbar sind, findet man FFP in Österreich erst in einigen Geschäften. "Dies hat vor allem damit zu tun, dass es zuvor keinerlei faire Labels in Schweden gab. Es existierte keine Konkur-renz zu FFP, weder in den Supermärkten noch bei den Floristen, weshalb dieses Siegel gerne angenommen worden ist", erklärt Steffek. So waren in Schweden, das generell als Vorreiter im Nachhaltigkeitsbereich gilt, Anfang dieses Jahres bereits über 900 Teilnehmer am FFP-System - Großhändler und Einzelhändler - verzeichnet. Doch auch in Deutschland hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits 2.300 Unternehmen zertifizieren lassen. In anderen Ländern wie Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und der Schweiz scheint die Nachfrage ebenfalls zu steigen.
Viele schlafen noch - Nachfrage könnte sprunghaft ansteigen
"Derzeit scheinen viele Produzenten und Händler noch zu schlafen und die Zeichen der Zeit zu ignorieren. Aber die Akzeptanz wächst. Je mehr die Menschen über faire Blumen erfahren, desto mehr interessieren sie sich auch dafür", so Steffek. "Außerdem kann die Nachfrage sprunghaft an-steigen, wenn sich beispielsweise eine Regierung entscheidet, alle öffentli-chen Veranstaltungen nur noch mit fairen, zertifizierten Blumen auszustat-ten. Wenn dies der Fall ist, werden diejenigen maßgeblich profitieren, die bereits am FFP-System teilnehmen", betonte Steffek. "Es wäre auch wichtig, noch mehr Gärtner mit ins Boot zu holen, da die Nachfrage nach fai-ren Blumen bereits jetzt größer ist als das Angebot." In Europa stammen rund 75 bis 80% der gekauften Blumen aus der eigenen Produktion, 20 bis 25% werden - beispielsweise aus Entwicklungsländern - importiert.
Nähere Informationen gibt es beim Blumenbüro Österreich, Laxenburger-straße 367, 1230 Wien, Telefonnummer: +43/1/615 12 98, Fax: +43/1/615 12 99, E-Mail: office@blumenbuero.or.at, Homepage: www.blumenbuero.or.at beziehungsweise bei "Fair Flowers Fair Plants" im Internet unter www.fairflowersfairplants.at.